Co-sleeping im Ausland

Co-sleeping im Ausland

Beitragvon Siri » 2. Mär 2012, 14:57

Liebe Fabel-Fachfrauen,

Ich hatte heute ein Treffen (hier in London), um mit einer Charity Vereinigung abzustimmen, dass ich Fabel für junge Mütter anbiete (zum größten Teil für Minderjährige oder Mütter die aus anderen Gründen vom Sozialamt geschickt werden).

Der Leiterin der Charity war es sehr wichtig, was und wie ich den Frauen Rat gebe. Dabei nannte sie das Thema "co-sleeping" und meinte, dass in England sämtliche Gesundheits-Institutionen angehalten sind "Co-Sleeping" absolut abzulehnen und davor zu warnen, da es der Nummer 1 Grund für plötzlichen Kindstod sei. Es gäbe da eine neue internationale Studie, die dieses belege. Und sie sei sicher, dass "Co-Sleeping" international von den Gesundheitssystemen abgelehnt werden würde. Also, war ihre Bedingung, dass ich mich nicht positiv zu dem Thema äußern dürfte (also auch keine Infos zum Co-sleeping allgemein geben).
Ich konnte das gar nicht glauben! Soweit ich weiß ist die GfG positiv zu diesem Thema eingestellt.

Nur um das zu betonen: Das Gespräch verlief sehr gut und die Leiterin war positiv und offen für neue Themen, aber "Health and Safty" ist hier ein riesen Thema, vor dem alle "in die Knie" gehen!

Ich werde in den nächsten Tagen Info-Material bekommen, was jungen Müttern von den Ärzten hier ausgehändigt wird. Als Ausländerin werde ich mich hier beugen, um mich auch rechtlich abzusichern - und hoffe, dass mich keine Mutter auf das Thema anspricht.

Mich interessiert Eure fachliche Meinung - und was in Deutschland aktuell zu diesem Thema geraten wird.

Liebe Grüße aus London,
Siri
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Re: Co-sleeping im Ausland

Beitragvon Tanja » 4. Mär 2012, 12:25

hallo Siri,
habe das hier gefunden.

http://www.stillen-institut.com/de/aap-veroeffentlicht-studie-zu-co-sleeping.html

Vielleicht hilft der Link Dir. Die Studie kommt aus England und stellt genau diese Studie in Frage die Die Dame im Kopf hatte.
Bezieht sich aber wohl eher auf das Stillen.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Beziehung des Co-Sleepings zum Stillen nicht vernachlässigt werden darf und dass gerade die Gruppe der frühen Co-Sleeper aufgrund der sozioökonomischen Umstände und z.B. der geringen Zahl an Raucherinnen unter diesen Müttern hier schlecht beraten wäre, wenn man das Co-Sleeping unterbindet (da diese Familien sowieso nur ein sehr geringes Risiko für SIDS tragen) und ihnen so unter Umständen den Stillstart sehr schwer macht.


Die Studie kommt zu dem Schluss, dass es sinnvoller wäre, verstärkt auf riskante Situationen beim gemeinsamen Schlafen hinzuweisen (z.B. Schlafen auf dem Sofa, Co-Sleeping nach Alkohol- oder Drogengenuss der Eltern usw.)



Bin jetzt nur drübergeflogen.
Bei Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Co-Sleeping#Kindersicherheit zum Thema Co-Sleeping:


Kindersicherheit [Bearbeiten]

Zur Frage, ob das gemeinsame Schlafen von Eltern und Kindern in einem Bett günstig oder ungünstig ist, und zum Grad, in dem es das Stillverhalten und die Sicherheit des Kindes beeinflusst, bestehen unterschiedliche Auffassungen. Dabei ist besonders die Frage, ob und wie es das Risiko des plötzlichen Säuglingstods (SIDS) beeinflusst, unter Experten strittig.[16][17][18] (Siehe auch: empfohlene Maßnahmen.)

Die U.S. Consumer Product Safety Commission veröffentlichte 1999 Daten über die Zahl unfallbedingter Todesfälle in den USA in den Jahren 1990 bis 1997 unter Säuglingen und Kleinkindern, in denen das Kind im Bett der Eltern geschlafen hatte, und identifizierte darunter insgesamt 515 als durch Verstrickung oder ein Überrollen durch einen Elternteil verursacht. Darauf basierend nahm sie gegen die Praxis des bed sharing Stellung.[18][19] Fälle, die als SIDS eingestuft wurden, blieben in der Untersuchung unberücksichtigt.[19] Die Art der Auswertung der Daten der U.S. Consumer Product Safety Commission und die Schlussfolgerung wurde sehr kontrovers diskutiert.[18] Dabei wurde u. a. hervorgehoben, dass in den USA die Zahl der mit einem Kinderbett in Zusammenhang stehenden Unfälle um ein Mehrfaches höher ist als die derer, die mit einem Elternbett in Zusammenhang stehen.[20]

Da die Fallzahlen von SIDS im Elternbett und von SIDS im Kinderbett unbekannt sind und die Gesamtzahl der Familien, die Co-Sleeping praktizieren, nicht feststellbar ist, lassen sich aus einer Betrachtung der Gesamtheit auftretender Fälle von SIDS keine genauen Risikoabschätzungen erstellen.[19] Es gibt deutliche Hinweise dafür, dass das gemeinsame Schlafen in einem Raum (room sharing) die Sicherheit des Kindes erhöht.[21] Es bestehen Zweifel, ob eine universell gültige Empfehlung für oder gegen das gemeinsame Schlafen von Kind und Eltern in einem Bett ausgesprochen werden kann.[22][23] [24] In einigen Ländern, so in Japan und Hongkong, ist es gängige Praxis, dass kleine Kinder in unmittelbarem Kontakt mit den Eltern schlafen; zugleich ist dort die Rate an Fällen von SIDS deutlich geringer als etwa in den USA.[19][24] Die Arbeitsgruppe zu SIDS der American Academy of Pediatrics (AAP) stellte 2005 fest, es gebe zunehmend Hinweise, dass das gemeinsame Schlafen von Eltern und Kindern in einem Raum, aber nicht in einem Bett, mit einem geringeren SIDS-Risiko einhergehe.[25] US-amerikanische Organisationen, die sich der Förderung des Stillens widmen, führten an, diese Empfehlung berücksichtige nicht die Realität des Stillens; die Präsidentin der Academy of Breastfeeding Medicine kritisierte sie als „wahrhaft erstaunlichen Triumph ethnozentrischer Annahmen über den gesunden Menschenverstand und medizinische Forschung“.[26]

Anthropologen fügten der Debatte um die Sicherheit des Kindes die Perspektive der Evolution hinzu und untersuchten insbesondere die Herausbildung von Schlaf-, Atmungs- und Wachheitsmustern von Mutter und Kind.[1][27]

Ergebnissen einer Studie zufolge erhöht das Schlafen im Elternbett das Risiko von SIDS nur dann, wenn die Mutter raucht oder Alkoholmissbrauch vorliegt.[28] Eine über acht Jahre durchgeführte Studie lieferte Hinweise, dass das Schlafen im Elternbett nur in bestimmten Umständen, in denen von vornherein das SIDS-Risiko erhöht ist – bei Kindern rauchender Mütter, bei Kindern mit niedrigem Geburtsgewicht bezogen auf das Reifealter, oder bei Verwendung stark wärmeisolierender Bettwäsche (mit thermischem Widerstand größer als 1.0 m2 K/W) – mit einer weiteren Erhöhung des Risikos einhergeht.[29] Eine Meta-Studie hingegen identifizierte das Schlafen des Säuglings im Bett gemeinsam mit den Eltern („bed sharing“) als einen Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod, wobei dieses Risiko den Ergebnissen zufolge besonders bei jungen Säuglingen oder bei Kindern rauchender Mütter erhöht ist. Die Autoren dieser Meta-Studie zogen daraus den Schluss, dass in Präventionskampagnen darauf hingewiesen werden sollte, „dass Kinder am sichersten im eigenen Kinderbett im Schlafzimmer der Eltern schlafen“.[30]

Auf keinen Fall darf die Schlafstätte gefährliche Ritzen oder Strangulierungsrisiken aufweisen; auch von Co-Sleeping in einem Wasserbett oder vergleichbar weichen Schlafstätten oder auf einer Couch (mit Rückenlehne) wird abgeraten.[31][19] Unter bestimmten, die Eltern betreffenden Umständen raten auch Befürworter des Familienbetts davon ab, dass das Kind im Elternbett schläft, insbesondere, wenn ein das Bett teilender Elternteil Raucher ist, alkoholisiert ist oder andere Drogen benutzt, Epileptiker ist oder Beruhigungsmittel nimmt.[32] Auch bei extremer Übermüdung aufgrund von Schlafmangel oder bei extrem starkem Übergewicht wird davon abgeraten, das Bett mit dem Kind zu teilen. Von Co-Sleeping-Arrangements im selben Bett mit einem Babysitter oder mit älteren Kindern ist abzusehen.[19]

Die Auseinandersetzung schlägt sich durch Empfehlungen von Kinderärzten und Hebammen sowie Ratgeberliteratur unmittelbar auf das Verhalten von Eltern nieder, die sich von eigenen Instinkten, von Wünschen nach Nähe oder Distanz sowie von medizinischen und pädagogischen Erwägungen beeinflusst sehen.

Als Alternative zum Schlafen eines Säuglings im Elternbett oder in einem eigenen Bett werden neuerdings in westlichen Industrienationen auch eigens angefertigte Vorrichtungen („Babybalkone“) propagiert, in denen ein Säugling seine eigene, halbseits mit Gitterstäben gesicherte Schlafstelle hat, welche übergangslos am elterlichen Bett befestigt ist. Sie verringern die Gefahr eines Falles aus dem Bett, gewähren aber zugleich einen eigenen Platz für das Kind.[16]


Ich würde mal bei den Rabeneltern im Forum suchen.
Auflehnen ist da jetzt wohl eher nicht angesagt, aber vielleicht Alternativen bei denen das Kind im Elternzimmer einen Platz finden kann.

Hier in Deutschland ist nach meinem Empfinden die Empfehlung recht offen und es tendiert eher ins gemeinsame Schlafen, bevorzugt mit Babybalkon.
Vielleicht wäre ja das was was Du den Eltern empfehlen könntest ohne Dich zu weit aus dem Fenster zu lehnen.
Es kommt auch immer auf die Schlafgewohnheiten und Umstände in der Familie an.
Bei einer Raucherfamilie mit sehr aktiv schlafenden Eltern wäre ich auch vorsichtig.
Ich finde es ist eh eine Typfrage.
Fabelhafte Grüße
Tanja
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